Entwurf. Diese AGB sind noch nicht in Kraft und müssen vor der Veröffentlichung rechtlich geprüft werden.
1. Geltungsbereich
1.1 Diese AGB regeln die Nutzung der Software Boothify (nachfolgend «Software») durch Geschäftskunden (nachfolgend «Kunde»). Anbieterin ist Kramer Multimedia Solutions, Syrengasse 29, 3507 Biglen (nachfolgend «Anbieterin»).
1.2 Boothify richtet sich an Unternehmen, die Fotoboxen vermieten. Verträge mit Konsumentinnen und Konsumenten schliesst die Anbieterin nicht.
1.3 Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden gelten nur, wenn die Anbieterin ihnen schriftlich zustimmt.
2. Begriffe
- Installation: die dem Kunden bereitgestellte Instanz der Software mit eigener Datenbank.
- Kundendaten: alle Daten, die der Kunde oder seine Benutzer in der Software erfassen, hochladen oder erzeugen, einschliesslich Personendaten seiner eigenen Kundinnen und Kunden.
- Benutzer: Personen, denen der Kunde einen Zugang zur Installation einrichtet.
- Plan: der gewählte Leistungsumfang, derzeit Basic oder Pro.
3. Leistungen
3.1 Die Anbieterin stellt die Software über das Internet zur Nutzung bereit (Software as a Service). Sie betreibt Server, Datenbank und Sicherungen. Eine Überlassung der Software zur Installation beim Kunden ist nicht geschuldet.
3.2 Der Umfang ergibt sich aus der Beschreibung des gewählten Plans auf der Preisseite zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses:
- Basic: Verwaltung von Anfragen, Angeboten, Aufträgen und Rechnungen, Kundenseite, Kalender, Aufgaben, Workflows, die Integrationen Bexio und Google Kalender sowie der KI-Assistent für Importe aus Dateien. Ein Benutzer.
- Pro: alles aus Basic, dazu der KI-Assistent ohne Nutzungslimit im Backoffice und auf der Website des Kunden, eigenes Branding, eigene Domain, API, MCP-Zugang und mehrere Benutzer mit Rollen.
3.3 «Ohne Limit» bezieht sich auf die übliche Nutzung durch einen Fotobox-Betrieb. Bei einer Nutzung, die erheblich darüber hinausgeht und den Betrieb für andere Kunden gefährdet, kann die Anbieterin nach vorgängiger Mitteilung die Nutzung begrenzen oder eine Anpassung des Preises vorschlagen.
3.4 Die Anbieterin entwickelt die Software laufend weiter. Sie darf Funktionen ändern oder ersetzen, solange der vereinbarte Kernumfang nach Ziffer 3.2 erhalten bleibt.
4. Vertragsschluss und Testphase
4.1 Der Vertrag kommt zustande, wenn die Anbieterin dem Kunden die Zugangsdaten zu einer Installation zustellt.
4.2 Die ersten 30 Tage sind kostenlos und enthalten den Umfang von Pro. Die Testphase endet automatisch, ohne dass eine Kündigung nötig ist. Wählt der Kunde bis dahin keinen Plan, wird die Installation gesperrt und die Daten werden nach Ziffer 15 behandelt.
5. Preise und Zahlung
5.1 Es gelten die Preise auf der Preisseite zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, pro Installation und Monat, in Schweizer Franken und zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.
5.2 Die Gebühren werden jährlich im Voraus in Rechnung gestellt, sofern nichts anderes vereinbart ist. Rechnungen sind innert 30 Tagen zahlbar.
5.3 Wechselt der Kunde während der Laufzeit auf einen höheren Plan, wird die Differenz anteilig verrechnet. Ein Wechsel auf einen tieferen Plan wirkt auf das Ende der laufenden Abrechnungsperiode.
5.4 Gerät der Kunde in Verzug, kann die Anbieterin nach einer Mahnung mit einer Frist von mindestens 14 Tagen den Zugang sperren. Die Kundendaten bleiben während der Sperre erhalten.
5.5 Preisänderungen teilt die Anbieterin mindestens zwei Monate im Voraus mit. Sie gelten ab der nächsten Abrechnungsperiode. Der Kunde kann den Vertrag auf das Inkrafttreten der Änderung kündigen.
6. Nutzungsrecht
6.1 Der Kunde erhält für die Vertragsdauer das nicht ausschliessliche und nicht übertragbare Recht, die Software für seinen eigenen Geschäftsbetrieb zu nutzen.
6.2 Alle Rechte an der Software, ihrer Dokumentation und der Marke Boothify bleiben bei der Anbieterin. Der Kunde darf die Software nicht weitervermieten, Dritten als eigene Leistung anbieten, zurückentwickeln oder ihre Schutzmassnahmen umgehen.
6.3 Logos, Texte und Bilder, die der Kunde für eigenes Branding hochlädt, bleiben seine. Er räumt der Anbieterin nur die Rechte ein, die für die Darstellung in der Software nötig sind.
7. Pflichten des Kunden
7.1 Der Kunde
- hält Zugangsdaten, zweite Faktoren und API-Token geheim und meldet einen Missbrauch sofort,
- ist für die Handlungen seiner Benutzer verantwortlich,
- sorgt dafür, dass die erfassten Daten rechtmässig bearbeitet werden dürfen, insbesondere gegenüber seinen eigenen Kundinnen und Kunden,
- verantwortet Inhalt und Rechtmässigkeit der Angebote, Verträge, AGB, Rechnungen und Mails, die er mit der Software erstellt und versendet,
- nutzt die Software nicht für rechtswidrige Zwecke, für unerwünschte Massenmails oder so, dass der Betrieb für andere beeinträchtigt wird.
7.2 Für Buchhaltung, Aufbewahrungspflichten und Steuern bleibt der Kunde selbst verantwortlich. Die Software unterstützt ihn dabei, ersetzt aber keine Buchführung.
8. Verfügbarkeit, Wartung und Support
8.1 Die Anbieterin strebt eine Verfügbarkeit von 99,5 % im Kalendermonat an. Nicht mitgezählt werden angekündigte Wartungsfenster, Störungen ausserhalb ihres Einflussbereichs und Ausfälle von Diensten Dritter.
8.2 Wartungen kündigt die Anbieterin nach Möglichkeit mindestens zwei Arbeitstage im Voraus an und legt sie in Zeiten mit geringer Nutzung. Dringende Sicherheitsupdates dürfen ohne Vorankündigung eingespielt werden.
8.3 Support erfolgt an Werktagen per E-Mail, in Pro zusätzlich mit Rückruf. Die Anbieterin beantwortet Anfragen in der Regel innert eines Werktags.
8.4 Die Anbieterin sichert die Kundendaten täglich. Die Sicherungen dienen der Wiederherstellung bei einem Ausfall, nicht der Rücknahme einzelner Änderungen durch den Kunden.
9. KI-Assistent
9.1 Der KI-Assistent nutzt ein Sprachmodell eines Drittanbieters. Seine Antworten, Entwürfe und Importe können unvollständig oder falsch sein. Der Kunde prüft sie, bevor er sie übernimmt oder weitergibt.
9.2 Importe legt der Assistent als Entwürfe an. Mails verschickt er nicht selbst, Einstellungen ändert er nur nach Bestätigung durch einen Benutzer.
9.3 Nutzt der Kunde den Assistenten auf seiner eigenen Website, ist er gegenüber seinen Besucherinnen und Besuchern für dessen Einsatz verantwortlich, insbesondere für die Information über die Bearbeitung ihrer Daten. Der Kunde bestimmt, welches Wissen der Assistent dort verwendet.
9.4 Die Anbieterin gibt Kundendaten nur so weit an den Anbieter des Sprachmodells weiter, wie es für die jeweilige Aufgabe nötig ist, und nur an Anbieter, die sich verpflichten, die Daten nicht zum Training zu verwenden.
10. Integrationen
10.1 Die Software kann mit Diensten Dritter verbunden werden, derzeit Bexio und Google Kalender. Für deren Nutzung braucht der Kunde ein eigenes Konto beim jeweiligen Anbieter. Es gelten dessen Bedingungen.
10.2 Die Anbieterin haftet nicht für Verfügbarkeit, Änderungen oder Einstellung von Diensten Dritter. Fällt ein solcher Dienst aus, bleiben die Daten in der Software erhalten und massgebend.
11. Kundendaten und Auftragsbearbeitung
11.1 Die Kundendaten gehören dem Kunden. Die Anbieterin bearbeitet sie nur, um die vereinbarten Leistungen zu erbringen, und nur nach den Weisungen des Kunden, die in diesem Vertrag und in der Nutzung der Software zum Ausdruck kommen.
11.2 Soweit die Kundendaten Personendaten enthalten, ist der Kunde Verantwortlicher und die Anbieterin Auftragsbearbeiterin im Sinne des Datenschutzgesetzes und, soweit anwendbar, der DSGVO. Die Anbieterin verpflichtet sich insbesondere,
- die Daten vertraulich zu behandeln und nur berechtigten, zur Vertraulichkeit verpflichteten Personen zugänglich zu machen,
- angemessene technische und organisatorische Massnahmen zu treffen, namentlich verschlüsselte Übertragung, verschlüsselte Ablage von Zugangsdaten, Zugriffsbeschränkung, Protokollierung und tägliche Sicherung,
- die Daten in einem eigenen Datenbestand je Installation zu führen,
- Unterauftragsbearbeiter nur einzusetzen, wenn diese gleichwertig verpflichtet sind, und den Kunden über Änderungen zu informieren, damit er widersprechen kann,
- den Kunden bei Auskunfts- und Löschbegehren betroffener Personen zu unterstützen,
- Verletzungen der Datensicherheit, die Kundendaten betreffen, unverzüglich zu melden.
11.3 Eine Bearbeitung der Kundendaten im Ausland erfolgt nur in Staaten mit angemessenem Datenschutz oder mit geeigneten Garantien, namentlich den Standardvertragsklauseln.
11.4 Die Anbieterin darf anonymisierte, nicht auf einzelne Kunden zurückführbare Nutzungsstatistiken erstellen, um die Software zu verbessern.
11.5 Für die Website der Anbieterin gilt die Datenschutzerklärung.
12. Gewährleistung
12.1 Die Anbieterin erbringt ihre Leistungen sorgfältig und nach dem Stand der Technik. Sie gewährleistet nicht, dass die Software ohne Unterbrechung und fehlerfrei läuft.
12.2 Der Kunde meldet Mängel möglichst genau. Die Anbieterin behebt reproduzierbare Mängel in angemessener Frist, nach ihrer Wahl durch Korrektur oder eine Umgehungslösung.
13. Haftung
13.1 Die Anbieterin haftet für Schäden, die sie absichtlich oder grobfahrlässig verursacht, unbeschränkt. Für Personenschäden haftet sie nach Gesetz.
13.2 Für leichte Fahrlässigkeit ist die Haftung pro Vertragsjahr auf die Gebühren beschränkt, die der Kunde in den zwölf Monaten vor dem schädigenden Ereignis bezahlt hat.
13.3 Soweit gesetzlich zulässig, ist die Haftung für indirekte Schäden und Folgeschäden ausgeschlossen, namentlich für entgangenen Gewinn, entgangene Aufträge, Datenverlust, der durch eine eigene Sicherung vermeidbar gewesen wäre, sowie Ansprüche Dritter.
13.4 Für Hilfspersonen haftet die Anbieterin im gleichen Umfang wie für eigenes Verhalten.
14. Laufzeit und Kündigung
14.1 Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit. Beide Parteien können ihn jederzeit auf das Ende eines Kalendermonats kündigen, schriftlich oder per E-Mail.
14.2 Bereits bezahlte Gebühren für die Zeit nach dem Vertragsende werden anteilig zurückerstattet, wenn die Anbieterin kündigt. Kündigt der Kunde, erfolgt keine Rückerstattung.
14.3 Aus wichtigem Grund können beide Parteien fristlos kündigen, insbesondere bei schwerer Verletzung dieser AGB, die trotz Mahnung nicht behoben wird.
15. Vertragsende und Daten
15.1 Nach Vertragsende bleibt die Installation während 30 Tagen im Lesemodus erreichbar. In dieser Zeit kann der Kunde seine Daten exportieren.
15.2 Danach löscht die Anbieterin die Installation und die Kundendaten. Aus den Sicherungen verschwinden sie spätestens nach weiteren 30 Tagen. Gesetzliche Aufbewahrungspflichten der Anbieterin für ihre eigenen Geschäftsunterlagen bleiben vorbehalten.
16. Änderungen dieser AGB
16.1 Die Anbieterin kann diese AGB ändern. Sie teilt Änderungen mindestens zwei Monate vor Inkrafttreten per E-Mail mit.
16.2 Widerspricht der Kunde nicht bis zum Inkrafttreten, gelten die Änderungen als angenommen. Widerspricht er, kann jede Partei den Vertrag auf das Inkrafttreten kündigen. Darauf weist die Anbieterin in der Mitteilung hin.
17. Schlussbestimmungen
17.1 Abweichungen von diesen AGB bedürfen der Textform. Die elektronische Form genügt.
17.2 Die Anbieterin darf den Kunden als Referenz nennen, wenn er dem zustimmt.
17.3 Sollte eine Bestimmung unwirksam sein, bleibt der Rest gültig. Die unwirksame Bestimmung wird durch eine ersetzt, die ihrem Zweck am nächsten kommt.
17.4 Es gilt schweizerisches Recht unter Ausschluss des Wiener Kaufrechts. Ausschliesslicher Gerichtsstand ist Biglen, Schweiz.